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Empowerment als ressourcenorientierter Betreuungsansatz

Der Kurs „Betreuung von Asylsuchenden auf Gemeindeebene" wurde am 21. Mai erstmals durchgeführt. Die 16 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kannten die Arbeit mit Asylsuchenden in der 2. Phase auf Gemeindeebene aus ihrem Arbeitsalltag. Sie kamen, um sich über den Empowerment-Ansatz zu informieren und auch, um sich mit anderen auszutauschen.

Der Kurs behandelte die Aufgaben sozialer Arbeit und in der ambulanten Betreuungsarbeit. Er skizzierte die Erwartungen mit denen Asylsuchende in die Gemeinden kommen und die Herausforderungen, welche sie von nun an alleine meistern müssen. Vom erfahrenen Referenten Marc Suter, dem Operativen Leiter der ORS Service AG für Gemeindemandate, wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit dem Empowerment-Ansatz vertraut gemacht. Sie erfuhren, wie die Asylsuchenden mit dieser ressourcenorientierten Haltung unterstützt werden können und erarbeiteten sich Methoden zur Umsetzung auf verschiedenen Ebenen.

Ein kleines Experiment zur Einordnung der eigenen Perspektive führte zu einem überraschenden Erlebnis: Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren überzeugt davon, ein grundsätzlich positives Menschenbild zu haben. Zur Überraschung aller stellte sich jedoch heraus, dass der Fokus trotzdem häufig unbewusst auf negativen Aspekten liegt: beispielsweise auf den fehlenden Deutschkenntnissen. Genau hier kommt der Empowerment-Ansatz zum Tragen: Betont werden die vorhandenen Stärken, in diesem Fall beispielsweise die Sprachbegabung und Mehrsprachigkeit – auch wenn Deutsch nicht dazu gehört. Die Asylsuchenden sollen mobilisiert werden, ihre Partizipation gefördert und Ressourcen aktiviert werden. So werden sie auf ein selbstbestimmtes Leben vorbereitet. Die einfache Frage „Was brauchst du?" hilft als erster Schritt oft bereits weiter.

In einer praktischen Übung wurde das Erarbeitete überprüft. Mit verbundenen Augen und angeleitet nach der Empowerment-Methode musste ein Gegenstand gefunden werden. Bei der anschliessenden Analyse des Experiments konnten Parallelen zum Arbeitsalltag gezogen werden.

Nicht nur hier, sondern auch bereits davor fand eine angeregte Diskussion statt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer brachten ihre Erfahrungen und Beispiele aus der Praxis ein und konnten sich miteinander austauschen. Sara Burch, die für die Deutschschweiz zuständige Weiterbildungsverantwortliche der ORS Service AG, zeigte sich sehr zufrieden über die motivierte Teilnahme. Auch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zogen eine positive Bilanz: Der Erfahrungsaustausch wurde als grosser Gewinn empfunden und die Sensibilisierung für den Empowerment-Ansatz sorgte bei einigen für den Vorsatz, die ressourcenorientierte Haltung gegenüber den Asylsuchenden zu verinnerlichen und diese unter der „grösstmöglichen Aufrechterhaltung der Autonomie in Anbetracht der besonderen Umstände" anzuleiten.

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