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Unterwegs für den Naturschutz

29. Juni 2017

Naturschutzgebiete gibt es in der Stadt, Agglomeration oder auf dem Land. Sie sind durch ihre grosse Pflanzenvielfalt und als Lebensraum für Tiere besonders wichtig und werden deshalb gepflegt und geschützt. Dabei fallen einfache, aber sehr umfangreiche Arbeiten an:

Flächen von gefällten Bäumen räumen, Amphibien schützen oder gebietsfremde Pflanzen – sogenannte Neophyten – entfernen. Letztere verdrängen durch ihr starkes Wachstum einheimische Pflanzen und schaden der Artenvielfalt. „Wenn es von etwas nicht genug im Naturschutz gibt, dann sind das helfende Hände“, sagt Urs Rutishauser, unterwegs für die Fachstelle Naturschutz im Kanton Zürich. „Denn in den kantonalen, aber auch in den kommunalen Schutzgebieten gibt es viel zu tun.“

Asylsuchende entfernen Neophyten

Zwar erhält die Fachstelle Naturschutz oft Unterstützung von Vereinen und Zivildienstleistenden, jedoch reicht das nicht aus, um die nötigen Arbeiten vor Ort zu bewältigen. So ist man vor rund vier Jahren auf die Idee gekommen, für die Pflegeeinsätze Asylsuchende einzubeziehen und setzt diese seither jedes Jahr um. „Sie haben Zeit und vor allem auch Lust, etwas zu tun“, weiss Thomas Schmitz, Zentrumsleiter des ORS-geführten Durchgangszentrums Kollbrunn (ZH). Die gemeinnützigen freiwilligen Arbeitseinsätze, für die ein Asylsuchender eine Pauschale von CHF 10 pro Tag als Motivationsentschädigung vom Kanton erhält, seien sehr beliebt. Sie bieten ausserdem etwas Abwechslung zum Alltag. Das bestätigt auch Sivakaran aus Sri Lanka, der Mitte Juni 2017 zum ersten Mal an einem Einsatz dabei war. An einem Waldrand in der Nähe von Hofstetten (ZH) half er zusammen mit einer Gruppe Asylsuchender, Goldruten auszureissen. Die Arbeit sei zwar anstrengend, aber ihm gefalle es in der Schweizer Natur zu sein. Sie strahle eine angenehme Ruhe aus.

An den Einsätzen zur Neophytenentfernung beteiligen sich im Kanton Zürich die ORS Durchgangszentren Kollbrunn und Ober Halden. Die Betreuung des jeweiligen Zentrums koordiniert dabei zusammen mit der Fachstelle Naturschutz die Einsatztage und -orte. Rund acht Asylsuchende haben die Möglichkeit, sich für die gemeinnützige Arbeit einzutragen. Gemeinsam mit einer Betreuungsperson der ORS fahren sie an die vereinbarte Stelle und lassen sich dort von Urs Rutishauser oder einer anderen Fachperson über die anfallenden Arbeiten instruieren. Ausserdem werden sie über Gefahren, wie zum Beispiel Zeckenstiche informiert. Angemessene Arbeitskleidung und das Mittagessen bringt die Betreuerin oder der Betreuer direkt mit, so dass vor Ort zur Mittagszeit ein gemeinsames Picknick gemacht werden kann. „Die Zusammenarbeit mit der ORS läuft gut. Und die Asylsuchenden sind motiviert. Ich staune über ihre Ausdauer“, berichtet Rutishauser.

Gemeinnützige Arbeit für den Naturschutz

Damit Asylsuchende bei solchen gemeinnützigen Einsätzen mithelfen können, müssen gewisse Vorgaben eingehalten werden. Die Arbeit darf den regulären Arbeitsmarkt nicht konkurrenzieren, was bedeutet, dass keine Finanzierungsmöglichkeiten bestehen und die Arbeit andernfalls unerledigt bleiben würde. Ausserdem muss sie einen gemeinnützigen Zweck erfüllen. Für den Bereich Naturschutz passt diese Zusammenarbeit deshalb perfekt zusammen. Das sieht auch Urs Rutishauser so: „Hier besteht ein grosses Potenzial, dass wir mit Hilfe von Asylsuchenden noch sehr viel mehr für unsere Natur und deren Schutz tun können.“ Für diesen Sommer sind noch weitere Einsätze für den Kanton geplant. Auf diese freuen sich die Asylsuchenden sowie die ORS.



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