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Neueröffnung von Zentren – Herausforderungen und Standards

11. Mai 2016

Der Asylbereich ist von verschiedenen Faktoren wie dem Weltgeschehen und Politik abhängig und kann sich deshalb sehr schnell verändern. Aus diesem Grund hat der Bund Mitte März gemeinsam mit den Kantonen und Gemeinden eine Notfallplanung erarbeitet, um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein.

Auf plötzlich eintretende Veränderungen muss auch die ORS, die im Auftrag von Bund, Kantonen und Gemeinden Flüchtlinge und Asylsuchende betreut, schnell und flexibel reagieren können. Auch Sensibilität ist gefragt, insbesondere dann, wenn Menschen aus einem Land in die Schweiz flüchten, die einen anderen kulturellen Hintergrund haben als bisher betreute Personen. Die Verpflegung oder Sprachanforderungen an die Betreuung werden dann zum Beispiel soweit nötig und möglich angepasst.

Manchmal muss es schnell gehen

Eine immer wiederkehrende Herausforderung ist, wenn innert kurzer Zeit die Anzahl Asylgesuche rapide ansteigt. Bei der Kosovokrise 1998/1999 gab es eine ähnlich starke und schnelle Zunahme der Asylgesuche wie im letzten Jahr. Für das Staatssekretariat für Migration (SEM) ist es angesichts der sich rasch verändernden externen Faktoren oft kaum möglich, verlässliche Prognosen darüber zu erstellen, wie viele Menschen in welchem Zeitraum in die Schweiz flüchten.

Dies hat zur Folge, dass Unterkünfte manchmal sehr rasch eröffnet werden müssen. Der Auftraggeber muss zuerst eine passende Unterkunft finden, was manchmal äusserst schwierig sein kann. Erhält die ORS den Betreuungsauftrag, steht sie ebenfalls vor vielen Herausforderungen, welche sie in kürzester Zeit bewältigen muss. Und kann.

Den Herausforderungen gewachsen

Wird die ORS beauftragt die Betreuung von Asylsuchenden zu übernehmen, plant sie Schritt für Schritt, welche Aufgaben bis zur Eröffnung erledigt werden müssen. Wenn wie Ende letzten Jahres innert drei Monaten sechs neue Zentren aufgehen sollen, muss der Aufbau aber schnell vonstattengehen. Manchmal so schnell, dass nach der Schlüsselübernahme der Unterkunft gerade noch vier Tage bleiben, bis die ersten 150 Asylsuchenden eintreffen. „Bei ganz kurzfristigen Anfragen müssen wir natürlich abwägen, ob das realisierbar ist. Wir haben den Anspruch, dass unsere Arbeit qualitativ gleichbleibend hoch ist. Je weniger Zeit wir beim Aufbau einer Unterkunft haben, desto schwieriger ist es, diese Standards zu Beginn gewährleisten zu können“, erklärt Stefan Moll-Thissen, Direktor der ORS. Besonders die Kurzfristigkeit kann dazu führen, dass in der Einführungszeit noch nicht alles reibungslos läuft und laufend optimiert werden muss.

Ein entscheidender Faktor dafür, dass viele Zentren in kurzer Zeit aufgebaut werden können, ist das Qualitätsmanagementsystem (QMS), das die ORS aufgebaut hat und laufend weiterentwickelt. Die im QMS festgehaltenen Prozesse bauen auf dem über Jahre erworbenen Know-How der Mitarbeitenden auf. So steht dieses Wissen bei Bedarf sofort zur Verfügung. Das stellt sicher, dass wichtige Vorgänge und Betreuungsstandards nicht vergessen gehen und kommt so auch den betreuten gesuchstellenden Personen zugute.  Teil des Prozesses ist beispielsweise die Einrichtung eines Informationsbretts mit Informationen zur Umgebung, Notfallnummern, Beschäftigungsprogramm oder Deutschunterricht. Aber auch die Infrastruktur mit Geschirr, Reinigungsmaterial, Bettwäsche und, falls eine Selbstversorgung nicht möglich ist, die Organisation der Essenslieferung gehören dazu. Neben diesen Organisationsaufgaben wird die Unterkunft begutachtet und nach Möglichkeiten an die Betreuungsbedürfnisse angepasst. Mit Grundreinigungen, dem Streichen der Wände oder der Organisation von Einrichtungsgegenständen kann oft zur Wohnlichkeit beigetragen werden.

Neben allen logistischen Planungen muss immer auch geeignetes Personal gefunden werden. Gerade wenn innerhalb von kurzer Zeit viele grosse Zentren eröffnet werden ist das eine anspruchsvolle Aufgabe. Dank der grossen Motivation und Flexibilität der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie deren Bereitschaft, temporär ihren Arbeitsort zu verlegen und beim Neuaufbau eines Zentrums mitzuwirken, gelingt es der ORS seit mehr als zwanzig Jahren, jeden Eröffnungstermin einzuhalten.



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