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„2016 war ein ähnlich intensives Jahr unter anderen Vorzeichen“

21. Dezember 2016

Im Vergleich zum recht turbulenten Jahr 2015 mit stark erhöhten Gesuchszahlen verläuft die Entwicklung im Asylbereich dieses Jahr in die entgegengesetzte Richtung: Bis Ende November stellten rund 25 441 Personen ein Asylgesuch in der Schweiz (Vorjahr: 34 653). Das bedeutet einen Rückgang von rund 36 %. Bund, Kantone und Gemeinden haben sich im April auf einen Notfallplan geeinigt. Auch die ORS wurde bei einzelnen Mandaten direkt in die Planung einbezogen und hat sich gut auf verschiedene Szenarien vorbereitet. Jedoch kam der Plan nicht zum Einsatz, da die Zahl der neuankommenden Flüchtlinge seit Mai, im Vergleich zu den jeweiligen Monaten des Vorjahres, kontinuierlich zurückgehen. Dies ist sowohl auf die seit März geschlossene Balkanroute wie auf das EU-Abkommen mit der Türkei zurückzuführen.

Veränderungen auf Bundesebene

Die Neustrukturierung des Asylbereichs nimmt konkrete Formen an: Die Bevölkerung hat am 5. Juni 2016 die Vorlage für beschleunigte Asylverfahren mit 66,8 % Ja-Stimmen angenommen. Die ersten Bestimmungen sind bereits am 1. Oktober 2016 in Kraft getreten, weitere Verordnungsanpassungen befinden sich aktuell in der Vernehmlassung. Ausserdem hat das Staatssekretariat für Migration (SEM) in der Zwischenzeit zusätzliche Standorte für neue Bundeszenten gefunden.

Stärkung der Strukturen

Die niedrigeren Gesuchszahlen führen im Vergleich zum Vorjahr zu einer geringeren Auslastung in den Asylunterkünften. Das bedeutete für die ORS: Während wir 2015 hauptsächlich schnell und flexibel auf die steigenden Asylzahlen reagieren mussten, um unsere Auftraggeber dabei zu unterstützen, eine menschliche und faire Betreuung und Unterbringung der neuankommenden Asylsuchenden sicherzustellen, erfordert es die diesjährige Entwicklung, bestehende Strukturen wieder abzubauen und zu reduzieren.

Der Fokus lag und liegt weiterhin auf der Qualität der Betreuung, der Weiterentwicklung unseres Betreuungs- und Beschäftigungsangebotes sowie der Weiterbildung der Mitarbeitenden. Dieses Jahr haben wir unter anderem dazu genutzt, Verwaltungsstrukturen und -prozesse anzupassen und das Managementteam zu stärken.

Weiterbildung und externe Anfragen

Unser Weiterbildungsangebot wird – wie bereits in den Vorjahren – sowohl von internen als auch externen Teilnehmenden enorm geschätzt. Mehr als 3000 Anmeldungen für unsere Kurse in der Schweiz, in Österreich und in Deutschland bedeuten einen neuen Teilnehmerrekord. Ausserdem wurden die Kurse erstmals nach den neuen eduQua-Richtlinien von 2012 zertifiziert.

Das Thema Flüchtlinge bewegt die Schweizer Bevölkerung immer noch stark. Auch in diesem Jahr erreichten und erreichen uns zahlreiche Anfragen aus der Bevölkerung zu Spenden oder Freiwilligenarbeit. Wir bedanken uns an dieser Stelle für Ihre Hilfsbereitschaft, selbst wenn wir nicht immer für jede Anfrage eine Verwendungsmöglichkeit finden.



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