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Zur aktuellen Situation in Traiskirchen

17. September 2015

Vielleicht haben Sie in den vergangenen Tagen Berichte zur Situation in der Betreuungsstelle Traiskirchen in Österreich gelesen. Dort herrscht eine Ausnahmesituation: Zwischenzeitlich lebten bis zu 4500 Menschen auf dem Gelände, das Platz für 1800 Flüchtlinge bietet.

Nachdem seit April die Zahl der Flüchtlinge stark angestiegen war, konnten nicht mehr alle in den verfügbaren Räumen untergebracht werden. Im Auftrag des Bundesministeriums für Inneres räumten wir alle nur erdenklichen Zimmer, also auch Aufenthalts- und Schulräume, zugunsten von Schlafsälen. Selbst das reichte nach wenigen Wochen nicht mehr aus, um alle Flüchtlinge wenigstens in einem Bett mit Dach über dem Kopf unterzubringen.

Unter diesen räumlichen Gegebenheiten wird Betreuung zu einer Herkulesaufgabe und die Möglichkeiten allgemein eingeschränkt. Dennoch war dieses Vorgehen ein Gebot in der aktuellen Notsituation. Wir ergriffen und ergreifen weiterhin laufend neue Maßnahmen (z. B. dezentrale Ausgabe von Speisen und Getränken, mobile Kontrolle des Areals, Schutz für Frauen zur Benutzung von Nasszellen), um die Situation der Menschen in Traiskirchen zu verbessern. Vorschläge setzen wir wo immer möglich in der täglichen Betreuungsarbeit direkt um.

Dennoch wurde die ORS in den Medien und in sozialen Netzwerken teilweise scharf für ihre Betreuungsarbeit kritisiert. Die zahlreichen nicht zutreffenden Vorwürfe machen uns betroffen. Auch für unsere Mitarbeiter ist das eine schwierige Situation: Sie leisten seit Wochen ihr Möglichstes.

Vor allem die Behauptung, die ORS lasse Asylsuchende vorsätzlich im Freien schlafen – und mache selbst damit Gewinn – ist eine unhaltbare Unterstellung und entspricht nicht den Tatsachen. Die ORS ist für klar definierte Betreuungsaufgaben auf klar definiertem Raum mandatiert, welche weder die Schaffung von Schlafgelegenheiten vorsieht noch ihr die Befugnis dazu gibt. Dass nicht alle ankommenden Flüchtlinge an einem geschützten Schlafplatz untergebracht werden konnten, liegt nicht in der Verantwortung der ORS.

Deshalb möchten wir Sie bitten, Gerüchte und Nachrichten über unsere Arbeit in Traiskirchen differenziert zu betrachten. Wir arbeiten zusammen mit unserem Auftraggeber, dem BM.l, Tag und Nacht daran, die Situation der Menschen in Traiskirchen zu verbessern. Gleichzeitig  bemühen wir uns, transparent und sachlich über die Situation Auskunft zu geben – und falsche Behauptungen so zu entkräften.

Haben Sie Fragen oder Bemerkungen zur Situation in Traiskirchen? Sie können uns jederzeit kontaktieren: info [SECURE E-MAIL - REWRITE MANUALLY] *at* ors.ch

 



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