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Rückblick auf ein bewegtes Jahr

17. Dezember 2015

In diesem Jahr kamen so viele Flüchtlinge nach Europa wie schon lange nicht mehr. Das Thema beschäftigte viele Menschen. Täglich wurde ab dem Frühsommer in den Medien darüber berichtet. Bis Ende Oktober 2015 stellten 28‘962 Personen ein Asylgesuch in der Schweiz. Das waren bereits knapp 22% mehr Anträge als im gesamten Vorjahr.

Eine Herkulesaufgabe beginnt

Ganz Europa erfährt im Frühsommer 2015 eine starke Zunahme von Flüchtlingen. Die meisten wollen nach Österreich oder Deutschland. Die Aufnahmekapazität des östlichsten Zentrums in Österreich, Traiskirchen, stiess schnell an seine Grenzen. Und darüber hinaus: Zeitweise lebten statt der vorgesehenen 1800 bis zu 4500 Flüchtlinge auf dem Gelände. Alle Aufenthalts- und Schulräume mussten weichen, um Schlafplätze zu errichten. Nach nur wenigen Wochen reichten auch die neuen Schlafsäle nicht mehr aus, um alle in einem Bett mit einem Dach über dem Kopf unterbringen zu können. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der ORS waren Tag und Nacht im Einsatz und gaben ihr Möglichstes. Dank ihres unermüdlichen Einsatzes und durch die Neueröffnung weiterer Erstaufnahmestellen in Österreich entspannt sich die Lage in Traiskirchen seit Ende Oktober laufend.

Auf die Flüchtlingswelle folgte Solidaritätswelle

Obwohl die Flüchtlingswelle vor allem Deutschland und Österreich trifft, stellte sie Bund, Kantone und die Gemeinden wie auch die ORS in der Schweiz vor viele Herausforderungen. In kurzer Zeit mussten viele neue Asylunterkünfte eröffnet werden, um Platz für Neuankömmlinge zu schaffen. Und trotz der vielen neuen Plätze, sind die meisten Zentren durchwegs stark belegt.

Die Bilder von Menschen auf der Flucht, bewegte die Schweizer Bevölkerung sehr. Und so gingen bei der ORS seit dem Sommer fast täglich Angebote für private Unterbringungsmöglichkeiten, Spenden und Freiwilligenarbeit ein. Auf die Flüchtlingswelle folgte sofort eine Solidaritätswelle. Die Unterstützungsbereitschaft war gross und es fanden viele Spendenaktionen statt.

Ausblick auf ein neues Jahr

Im Sommer prognostizierte der Direktor des Staatssekretariats für Migration (SEM) Mario Gattiker in einem Brief an die kantonalen Justiz-, Polizei- und Sozialdirektoren: «Für ... 2016 rechnet das SEM mit einem ähnlich hohen Niveau der Asylgesuche, wobei ein leichter Anstieg wahrscheinlich ist».

Damit eine möglichst gute Integration weiterhin gewährleistet werden kann, wollen die Kantone der zivilen Gesellschaft vermehrt die Möglichkeit geben, sich im Rahmen von freiwilliger Arbeit zu engagieren. Was bisher bei der ORS nur vereinzelt möglich war, soll sich im neuen Jahr ändern. So wird die ORS ab 2016 Interessierten Möglichkeiten bieten, sich zu engagieren und Asylsuchende zu unterstützen. Projekte dazu laufen.



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