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Sommerlager in den Greyerzer Bergen

10. Juli 2014

2013 führte das Zentrum für Ausbildung und Beschäftigung (ZAB) der ORS in Solothurn erstmals ein Bergsommerlager für Asylsuchende und Flüchtlinge durch. Das Projekt in Zusammenarbeit mit der Koordinationsstelle für Arbeitseinsätze in Berggebieten (KAB), unterstützt durch die Schweizer Berghilfe, ging diesen Juni in die zweite Runde: In der Gemeinde Haut-Intyamon im Kanton Fribourg übernahmen Asylsuchende gemeinnützige Instandstellungsarbeiten am kommunalen Wanderwegenetz. Rund 35 asylsuchende Jugendliche, Frauen und Männer aus den Durchgangszentren Selzach, Oberbuchsiten und Kestenholz sowie aus den Sozialregionen beteiligten sich an dem sozio-kulturellen Projekt.

Unterkunft fanden die Gruppe und die begleitenden Betreuerinnen und Betreuer der ORS in der oberhalb des Dorfes Les Sciernes-d'Albeuve gelegenen „Colonie Les Ecureuils". In ungewohnter Umgebung und abseits des Zentrumalltages lernten die asylsuchenden Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Lebenswelt der Bergebiete kennen. Bei verschiedenen Aktivitäten, gemeinsamem Kochen und eigenem WM-Kino fanden die Asylsuchenden aus verschiedenen Kulturen zu einem gemeinsamen lebendigen und freudigen Miteinander.

Mehr als 200 Stunden Arbeit an Wanderwegen um Haut-Intyamon

Die Gemeinde Haut-Intyamon liegt im Naturpark Gruyère Pays-d'Enhaut und hat – obwohl lediglich 1400 Einwohner – eine Gemeindefläche von 60 km2. Die zahlreichen Wanderwege sind ein wichtiger Teil der touristischen Infrastruktur. Sie sind teilweise schwer zugänglich und ihre Instandstellung erfordert einen hohen logistischen Aufwand.

Dazu leisteten die Asylsuchenden einen wertvollen Beitrag: Sie legten in Eigenregie – unter Berücksichtigung der Vorgaben der Gemeinde – in über 200 Handarbeitsstunden drei Wanderwegabschnitte neu an. In einem Schluchtabschnitt des Flüsschen La Marioe wurde auf etwa 50 Meter Länge der zugewachsene Weg von überhängenden Pflanzen freigeschnitten, ausgeebnet und mit neuen Stufen versehen. Im Gebiet des Dent de Lys bauten die Asylsuchenden bei La Chia auf 1400 Meter Höhe den Bergwanderweg aus, befreiten ihn von Geröll und legten ihn auf 30 Meter Länge neu an. Und in La Bra an der Südflanke des Berges L‘ Aiguille wurde ein verschütteter Bergwanderweg auf 50 Meter Länge neu angelegt, hangseitig stabilisiert und mit einer kleinen Brücke versehen.

Animationsprojekt für unbegleitete minderjährige Asylsuchende (UMA)

Im Rahmen des Sommerlagers konnten die rund 10 daran teilnehmenden unbegleiteten minderjährigen Asylsuchenden (UMAs) drei Tage ihre Umgebung auf ungezwungene Art bei Ausflügen entdecken.

Sie besichtigten unter anderem eine Schaukäserei in Gruyère und konnten dort mit eigenen Augen die Herstellung des berühmten Käses beobachten. Auch eine urschweizerische Tätigkeit stand auf dem Programm – das Wandern. Bei der Rundwanderung um den Lac de Vernex wurde natürlich auch grilliert. Nachmittags wurde die Gruppe spontan von Einheimischen zum Fischen eingeladen – aus der ungeplanten Begegnung ergab sich ein angeregter Austausch. Und am letzten Tag ging es über Chateux-d’Oex mit der Seilbahn auf den Praz Perron, wo der südafrikanische Abenteurer Mike Horn einen Erlebnisparcours betreibt. Dieser wurde von den jungen Leuten mit Mut und Geschick spielerisch absolviert, bevor es rasant, aber gut geschützt auf „Monstertrottinetts" wieder bergab ging.

Doch das Sommerlager war nicht nur für die UMAs, sondern auch für die anderen Asylsuchenden eine ereignisreiche Woche, die auf angenehme Art die gemeinnützige Arbeit an den Wanderwegen mit einem abwechslungsreichen und interessanten Ausflug in die Schweizer Berge verband.

   

    



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