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Schule für asylsuchende Kinder in Solothurn

12. Mai 2014

Die ORS führt im Kanton Solothurn im Rahmen eines Pilotprojektes für das Amt für soziale Sicherheit und das Volksschulamt eine Schule für asylsuchende Kinder. Derzeit werden dort 16 Kinder aus den kantonalen Durchgangszentren Selzach und Oberbuchsiten unterrichtet.

Der Schulunterricht, der von einer erfahrenen Primar- und Sekundarlehrerin gehalten wird, findet dreimal pro Woche im Zentrum für Ausbildung und Beschäftigung (ZAB) der ORS in Solothurn statt. Der Schwerpunkt liegt auf der deutschen Sprache, aber auch Mathematik, Geschichte und Geographie werden altersgerecht unterrichtet. Zusätzlich findet nach einem gemeinsamen Mittagstisch zweimal wöchentlich soziokulturelle Animation statt, wodurch die Sozial- und Selbstkompetenz der Kinder gefördert wird. Dazu gehören Geschicklichkeits- und Gesellschaftsspiele drinnen und draussen, Malen, Basteln, Singen, Tanzen und Aktivitäten wie Museums- und Bibliotheksbesuche oder die Teilnahme an öffentlichen Veranstaltungen für Kinder (z.B. MUBA).

Vor dem Pilotprojekt besuchten die Kinder die Schulen der jeweiligen Standortgemeinde. Für diese bedeutete die kurzfristige und temporäre Einschulung der asylsuchenden Kinder eine organisatorische Herausforderung, von der sie nun entlastet sind.

Auch den Bedürfnissen der asylsuchenden Kinder wird das jetzige Modell besser gerecht: Sie werden nicht wie bisher zweimal in eine Regelschule eingeschult (erst in der Standortgemeinde des Durchgangszentrums und ein paar Wochen oder Monate später in der Transfer-Gemeinde). Vielmehr werden sie zunächst in einem geschützten Umfeld entsprechend ihren Fähigkeiten und Bedürfnissen individuell gefördert und können so gezielt auf den regulären Schulunterricht und die damit verbundenen Gepflogenheiten vorbereitet werden. Das erleichtert ihnen den späteren Übertritt in eine Regelschule.

Im Unterricht wird konsequent Deutsch gesprochen – falls angemessen unter Berücksichtigung der Erstsprache, die wir als sehr wichtig erachten. In der Regel haben die Kinder im Alter zwischen sieben und 15 Jahren sichtlich Freude, in die Schule zu kommen und sind rasch in die Klasse integriert. Sie sind sehr motiviert und lernbegierig und arbeiten konzentriert. Über den fachlichen Unterricht hinaus ist es der ORS auch wichtig, den Kindern Werte wie Respekt, Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Sach-, Sozial- und Selbstkompetenz zu vermitteln.

Durch die hohe Fluktuation der Schülerinnen und Schüler ist die Umsetzung des Lehrplans sehr anspruchsvoll. Die Unterrichtsvorbereitung und -durchführung erfordern viel Flexibilität, Empathie und Geduld. Gleiches gilt für die soziokulturelle Animation.



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