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Pilotprojekt auf dem Bauernhof

15. Dezember 2013

Ein Mitarbeiter der ORS führte im Rahmen seines Studiums der Sozialen Arbeit an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW Mitte November ein Pilotprojekt durch: Acht Asylsuchende halfen eine Woche lang im sozialpädagogischen Landwirtschaftsbetrieb Wagenburg mit. Auf diesem Hof des Vereins Zürcher Eingliederung leben und arbeiten Menschen mit einer geistigen Behinderung.

Die Asylsuchenden wurden drei verschiedenen Bereichen zugeteilt: Gemüsebau und Landwirtschaft, Gartenpflege und Bauarbeiten. Die zwei Asylsuchenden der Baugruppe arbeiteten an einem neuen Freilaufstall für die Kälber und Esel sowie an einem Auslauf für die Pferde. Zwei weitere Asylsuchende pflegten den Garten rund um den Hofladen. Zwar gab es anfangs Verständigungsschwierigkeiten aufgrund der Sprachbarriere, doch nachdem eine Hofmitarbeiterin ihnen gezeigt hatte, welche Pflanzen entfernt werden mussten und welche nicht, arbeiteten die Asylsuchenden während der restlichen Zeit vollkommen selbstständig.

Die anderen vier Asylsuchenden halfen im Gemüsebau und der Landwirtschaft. Nach einer kurzen Einführung durch einen Hofmitarbeiter wurde diese Gruppe vom ORS-Projektleiter angeleitet und betreut. Bei den verschiedenen Erntearbeiten stellte sich heraus, dass die meisten Teilnehmer bereits aus ihrer Heimat über Erfahrung im Gemüsebau verfügten. Nicht zuletzt deshalb zeigten sie sich sehr interessiert am biologischen Landbau und an ihnen zum Teil unbekannten Gemüsearten. Diese durften sie zum Probieren auch mit nach Hause nehmen. Die Stimmung in dieser Projektgruppe wurde durch den Gesang eines tibetischen Asylsuchenden zusätzlich bereichert.

Das Projekt war für alle Beteiligten eine positive Erfahrung: Die Mitarbeiter des Hofs Wagenburg waren angetan vom hohen Arbeitstempo – so war ein ganzes Feld Zuckerhutsalat in drei Stunden abgeerntet – und der Selbstständigkeit der Asylsuchenden, die dadurch eine grosse Hilfe waren. Die Asylsuchenden gingen mit Freude der Arbeit nach. Neben der Zufriedenheit über die getane Arbeit war auch die Motivationsentschädigung willkommen. Auch freuten sie sich über das Gemüse und Fleisch, dass sie vom Hof als Dankeschön erhielten.

Alle Beteiligten empfanden den interkulturellen Austausch als Bereicherung. Das zeigte sich sowohl beim gemeinsamen Mittagessen als auch beim gemeinsamen Fussballspielen in der Mittagspause, beim Armdrücken oder beim Trampolinspringen. Alles in allem also ein gelungenes Pilotprojekt – nicht nur für den ORS-Mitarbeiter und seine Praxisarbeit, sondern auch für alle anderen Beteiligten.

 

 



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