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Die ORS gratuliert zur bestandenen Weiterbildung

01. Juli 2013

Die ORS gratuliert ihren Mitarbeitern Corinna Mauron, Samuel Müller und Rainer Schüssler herzlich zur bestandenen eidgenössischen Fachprüfung zur Migrationsfachperson.

Samuel Müller schloss sogar mit der Bestnote 5,8 ab. Die drei arbeiten in Asylunterkünften der ORS in Düdingen, Uster und Kreuzlingen und absolvierten die Weiterbildung berufsbegleitend.

Jedes Jahr schliessen mehrere Betreuerinnen und Betreuer der ORS erfolgreich die Weiterbildung zur Migrationsfachperson mit eidgenössischem Fachausweis ab.

Migrationsfachfrauen und -männer betreuen und begleiten Menschen mit Migrations-hintergrund. Sie arbeiten in Institutionen, die Asylsuchende, Flüchtlinge und Angehörige anderer Migrationsgruppen professionell betreuen, beraten und fördern. Das können beispielsweise  Empfangs- oder Durchgangszentren oder Beschäftigungs- und Ausbildungsprogramme, aber auch öffentliche oder private Informations-, Beratungs- und Integrationsstellen sein.

Im folgenden Interview gibt Samuel Müller Auskunft über seine Erfahrungen mit der Weiterbildung, über die Vereinbarkeit von Arbeit und Studium und die Unterschiede zwischen Theorie und Praxis.

 

Seit wann arbeitest du bei der ORS?

Seit November 2008 als Stellvertretender Leiter und seit Dezember 2011 als Zentrumsleiter. Seit August 2012 leite ich die Unterkunft in Uster. Zudem war ich bereits von November 2002 bis Juni 2004 als Betreuer bei der ORS angestellt.
 

Aus welchen Gründen hast du dich dazu entschlossen, den Fachausweis zur eidgenössischen Migrationsfachperson zu machen?

In erster Linie für meine berufliche Zukunft, d. h. für den CV und  um meine langjährige Arbeit und Erfahrung in Form eines Fachausweises anerkennen zu lassen. Zudem war ich daran interessiert, meine praktischen Kenntnisse mit theoretischem Fachwissen zu ergänzen.
 

Wo hast du den eidgenössischen Fachausweis gemacht und wie war die Ausbildung aufgebaut?

Den vorbereitenden Lehrgang habe ich bei der Agogis Zürich, einer Weiterbildungs-institution, die verschiedene Aus- und Weiterbildungen im sozialen Bereich anbietet, besucht. Er dauerte insgesamt 30 Schultage und bestand aus fünf verschiedenen Modulen (Grundfragen Migration, Gesetzliche Grundlagen, Kommunikation/Intervention, Integration, Betriebswirtschaft/Rechnungswesen).
 

Wie gut liessen sich Weiterbildung und Arbeit vereinbaren?

Unproblematisch... Der Lernaufwand ist überschaubar.
 

Wie hat die ORS als Arbeitgeber deine Weiterbildung unterstützt

Finanziell und in Form von Zeitgutschriften. Die Art der Unterstützung ist unterschiedlich und hängt auch davon ab, wie lange jemand schon bei der ORS arbeitet.
 

Was war für dich bei der Weiterbildung besonders interessant oder überraschend?

Es war etwas ungewohnt, aber auch eine willkommene Abwechslung, nach langer Zeit nun wieder die Schulbank zu drücken. Interessant war für mich besonders die Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen in Bezug auf Migration. Zudem war die Zusammensetzung der Klasse sehr vielfältig, was den Unterricht grundsätzlich bereicherte.

Schwierigkeiten hatte ich am ehesten beim Schreiben der Abschlussarbeit, da ich darin bisher kaum Erfahrung hatte. Bei den Recherchen zur Arbeit war ich etwas nachlässig und schrieb eher aus dem Bauch heraus. Überraschenderweise wurde die Arbeit sehr gut benotet. Das freute mich besonders und beweist, dass ich die Sache richtig angegangen bin.
 

Wie weit liegen Theorie und Praxis im Alltag auseinander?

Auch wenn du die Verkehrstheorie und die Mechanik des Schaltgetriebes verstanden hast, kannst du noch nicht sicher Auto fahren und der Strassenverkehr ist trotz aller Bemühungen nicht unfallfrei. Trotzdem ist es sinnvoll, die Theorie zu kennen.

Theorien bieten Anhaltspunkte und können bei Entscheidungsfindungen hilfreich sein. Zudem ist es interessant, beispielsweise Kommunikationstheorien und -methoden im Alltag anzuwenden und auszuwerten.

Im Lehrgang besteht sehr viel Raum für den Austausch von Erfahrungen und die Verknüpfung von Theorie und Praxis.
 

Welchen praktischen Nutzen hat der Migrationsfachmann bei deiner alltäglichen Arbeit als Leiter eines Asylzentrums?

Der direkte praktische Nutzen als Zentrumsleiter beschränkt sich meiner Meinung nach in erster Linie auf die Inhalte des Moduls „Kommunikation/Intervention“, sowie „Gesetzliche Grundlagen“.

Die Ausbildung ermöglicht aber auch sonst einen breiten, differenzierten  Überblick über Zusammenhänge im Migrationskontext. Die Reflexion über Rollenbilder, Kenntnisse aktueller politischer Themen, Sozialversicherungen oder gesetzlicher Grundlagen, sowie der Austausch mit anderen Kursteilnehmern mit unterschiedlichen Positionen sind bereichernd und runden meiner Ansicht nach das Profil eines Betreuers oder Unterkunftsleiters gleichermassen ab.
 

Was würdest du Kolleginnen und Kollegen raten, die über eine Weiterbildung nachdenken?

Arbeitskolleginnen und -kollegen, die ihre praktischen Erfahrungen mit theoretischem Input ergänzen möchten oder ihre berufliche Zukunft im Migrationsbereich planen, kann ich den Lehrgang empfehlen.

 

   
 

 



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