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Bergwoche: Sommerlager in Eriz

19. August 2013

Das Zentrum für Ausbildung & Beschäftigung der ORS in Solothurn organisierte im Rahmen eines Projektes mit der Schweizer Berghilfe Anfang Juli eine Lagerwoche mit Asylsuchenden in Eriz/BE im hinteren Zulgtal.

Dort war es durch grosse Niederschlagsmengen in diesem Frühling zu erheblichen Flurschäden gekommen. Die SAB (Schweizer Arbeitshilfe in Berggebieten) koordiniert als Partner der Schweizer Berghilfe in den betroffenen Gemeinden die Bewältigung der enormen Unwetterschäden. Diese sind teilweise nur durch Handarbeit und mit grossem personellen Aufgebot zu bewältigen.

Teilgenommen haben insgesamt 35 Asylsuchende aus dem Kanton Solothurn, darunter 8 Kinder, 6 unbegleitete Minderjährige, 8 Frauen und 13 Männer. Für die Durchführung des Lagers im Ferienheim Huttwil in Eriz waren 6 ORS-Mitarbeiter im Einsatz.

Im Rahmen dieses Arbeitsprojektes wurde durch die ORS-Beschäftigungsprogramme in über 600 Handarbeitsstunden der verschüttete Wegabschnitt beim Cheististeg auf dem Wanderweg von Schwarzenegg nach Teufental neu gebaut. Der schwer zugängliche Projektstandort und das steile Wegprofil stellten hohe Anforderungen an die Logistik und die Durchführung. Die hohe Einsatzbereitschaft und Motivation der asylsuchenden Teilnehmer machte das interessante Arbeitsprojekt zu einem Erfolg für alle Beteiligten.

Ein Teil der Asylsuchenden übernahm während des Aufenthalts im Ferienheim eine weitere spannende Herausforderung: die Verpflegung der Teilnehmer. Sie sorgten unter hervorragender fachlicher Anleitung für die Zubereitung von täglich 3 Mahlzeiten für 41 Personen, erledigten alle anfallenden Küchenarbeiten und halfen bei der Vorbereitung für die Feldküche der Beschäftigungsprogramme mit.

Zusätzlich in das Lagerkonzept integriert war ein Sommerlager für alle schulpflichtigen Kinder der kantonalen Durchgangszentren. Ihr regulärer Unterricht fand auch im Rahmen des Sommerlagers statt, der thematische Schwerpunkt wurde dabei auf die Berggebiete und das Leben der Bergbevölkerung gelegt. Bei nachmittäglichen Wanderungen und Ausflügen in die Natur, beispielsweise in die Hochmoorlandschaft des Naturschutzgebietes Rotmoos-Breitwang, konnten die Kinder die Pflanzen, Tiere und die Lebenswelt der ländlichen Schweiz sowie den respektvollen Umgang mit der Natur kennenlernen. Neben ausgiebiger Zeit für Malen, Basteln und sportliche Aktivitäten besuchten sie darüber hinaus an einem Abend mit ihrer Lehrerin die Theatervorstellung „Dr Chönig wo d Zyt vergässe het" der Primarschule Eriz. Während der Pause spielten sie mit Kindern aus dem Ort auf dem Sportplatz Fussball und verständigten sich spontan und ungezwungen über kulturelle Unterschiede und Sprachprobleme hinweg.

Zum Ende der Woche wurde für alle Teilnehmer das angestrebte Ziel erreicht: Der Wanderwegabschnitt am Cheististeg ist wieder begehbar, und nicht nur die Kinder und Jugendlichen konnten eine unbeschwerte, fröhliche und abwechslungsreiche Woche fernab des Alltags im Asylzentrum verbringen und dabei eine ihnen bisher unbekannte Lebenswelt kennenlernen

 

 
                    



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